Das Dufour-Schulhaus / L' école Dufour 1892-1905

Arnold Heimann (1856-1916), Sänger, Dramatiker, Bieler Volksdichter
Lehrer am Progymnasium Biel 1893 bis 1916

Fächer: Deutsch und Geschichte
Arnold Heimann wurde am 22. September 1856 in Langnau geboren und kam in früher Jugend nach Nidau, wo sein Vater Melchior Heimann Staatsanwalt war. Nach dem Tod seines Vaters kam er in die Knabenerziehungsanstalt Aarwangen. 1875 in das Seminar Hofwil eingetreten und 1878 darin patentiert, amtierte er als junger Lehrer in Schwarzenburg und Kirchberg, wo er zwei Jahre arbeitete. 1886 erhielt er an der Universität Bern das Sekundarlehrerpatent und amtierte im neuen Beruf in Wangen an der Aare. 1893 kam Heimann nach Biel, wo er als Lehrer für Deutsch und Geschichte am Progymnasium tätig war.
[9] Er wirkte an dieser Schule bis zu seinem Tod, mit einer Unterbrechung von 1909 bis 1911, während denen er die Redaktion des «Schweizerischen Handels-Courier» innehatte. Beim Eingehen des Blattes kehrte Heimann wieder zur Lehrtätigkeit zurück. Am Begräbnis von Progymnasiallehrer Wilhelm Zahler 1897 hielt Heimann seinem verstorbenen Freund, der zwei Kinder durch Scharlachfieber verloren hatte, den Nachruf.

Dazwischen entwickelte er sich zum Volksdichter. Seine Stücke wurden vielerorts auf Volksbühnen aufgeführt. Als Sänger schloss er sich der Bieler Liedertafel an und wurde deren Ehrenmitglied.
1894 brachte die Theatergesellschaft des Grütlivereins Lyss Heimanns Schauspiel «Schweizerherz» zur ersten Aufführung. Widmann vom «Bieler Anzeiger» fällt folgendes Urteil über das Stück: «Wir prophezeien, dass Heimanns ‹Schweizerherz› im nächsten Winter, wenn es im Drucke vorliegt, einen wahren Triumphzug über die Landbühnen antreten und in kurzer Zeit ebenso populär sein wird, wie das beliebte und vielgespielte ‹Glück› der Emma Hodler in Bern.» Das «Schweizerherz» spielte zur Zeit des Eintritts der Bourbaki-Armee in die Schweiz im Winter 1871. Einer der Internierten fand Aufnahme auf dem Tannhof bei Fleurier und verliebte sich in Rose, die Tochter des Hauses, die ihn mit grosser Aufopferung pflegte. Die Überwindung der Hindernisse, welche den beiden Liebenden in den Weg traten, bildete den Hauptinhalt des Stücks.
[8] 1895 erschien «Klaus Leuenberger», das Stück behandelte den schweizerischen Bauernkrieg von 1653.


Eröffnungsgruppe des historischen Umzugs in Biel. Reproduktion aus der Zeitschrift Die Schweiz, Nr. 1, 1897, Fotograf: Michelis, Biel.
Eröffnungsgruppe des historischen Umzugs in Biel. Reproduktion aus der Zeitschrift Die Schweiz, Nr. 1, 1897, Fotograf: Michelis, Biel.

Ein besonderes Erlebnis für die Bieler war 1897 sein Schlussakt zum historischen Umzug, eine Darstellung der Heimkehr der Bieler aus der Schlacht bei Grandson.[9]
1900 brachte der Dichter das Drama «Der Talgutbauer, Volksstück in 5 Akten» und «Hintergglüt» heraus. Karl Broich, bemerkte im Berner Schulblatt: «Hintergglüt wendet sich in scharfer Charakteristik und kühner, fast tendenziöser Sprache gegen das kleine Dorfmagnatentum, wo ein junger Lehrer einen Verzweiflungskrieg gegen das ländliche Protzentum führt. Eine Szene wirkt wie eine schreiende Anklage gegen das herzlose System des Verdingkinderhandels. Im Talgutbauer kommt der Kampf zwischen Elternwille und ungebundener Jugendkraft zur Geltung. Heimanns Charakter haben an seelischer Vertiefung gewonnen.»
[11] Heimanns Stücke waren realitätsnah. Das spiegelte sich auch in den Produktionen. Heilmann bat die Akteure bei Aufführungen berndeutscher Dialektstücke echte Bauernkleider, nicht oberbayrische oder Tiroler Kostüme zu verwenden. In Biel erschienen beim Buchhändler Ernst Kuhn, Mitglied des Verwaltungsrates am Progymnasium Biel, folgende Theaterstücke von Heimann: Schweizerherz; Klaus Leuenberger; Elsi, die seltsame Magd; Hintergglüt; Der Talgutbauer und der Würgengel.
Heimann arbeitete ebenfalls an der kaufmännischen Fortbildungsschule und war jahrelang dessen Rektor. Als der Kantonalvorstand des Bernischen Lehrervereins von Biel gestellt wurde, war Heimann dessen Sekretär. Auch journalistisch war er tätig und hat in Schulfragen oft in die Diskussion eingegriffen.
Heimann gehörte der bernischen Schulsynode an, war jahrelang Lokalberichterstatter vom Bieler Tagblatt und 12 Jahre Mitglied des Bieler Stadtrates. Politisch wirkte er  in seinen letzten Jahren Vizepräsident der freisinnigen Partei der Stadt Biel und auch im Vorstand der seeländischen Partei. Er war verheiratet mit Margaritha Sterchi. Am 28. März 1916 starb der Progymnasiallehrer in Biel auf dem Wege zur Schule durch einen Gehirnschlag.
[10]


Berchtold Aeberhardt (1872-1912), Bieler Geologe
Lehrer am Bieler Progymnasium von 1897 bis 1912.
Fächer: Naturgeschichte, Geographie und Schreiben an der französischen Abteilung.

Berchtold Aeberhardt wurde am 27. 2. 1872 Villeret geboren. Er besuchte das Progymnasium in Delsberg, danach die Kantonsschule in Pruntrut und schliesslich die Universität Bern. Kaum 18-jährig bestand er das Primarlehrerexamen. Mit 20 Jahren war er bereits Sekundarlehrer und wirkte als solcher mehrere Jahre in Corgémont. Im Frühling 1897 wurde er an die französische Abteilung des Progymnasiums Biel gewählt, wo er nun bis zu seinem Tod gewirkt hatte. 1902 erwarb er in Bern den Doktortitel und etwas später noch das Diplom eines Gymnasiallehrers der naturwissenschaftlichen Richtung. Er war aber auch ein unermüdlicher Forscher in seinem Lieblingsfach, der Geologie. In den Ferien durchwanderte er den Jura nach allen Richtungen, und er galt in Fachkreisen als einer der besten Kenner der Geologie des Juras. Dabei war er aber nicht etwa ein einseitiger Geologe, sondern er liebte die Natur als Ganzes und war ein sehr vielseitiger Naturkenner.[5] In der Mulde von Péry entdeckte er ein Muschelsandsteinrelikt.


Der «Heidenstein» im Längholz, grösster erratischer Block des Madretschwaldes.
Der «Heidenstein» im Längholz, grösster erratischer Block des Madretschwaldes.

1909 erstellte Aeberhardt eine Studie über die Umgebung von Biel und die Schüss-Schlucht. Im stratigrafischen Teil seiner Arbeit beschrieb er summarisch die Würm-Seitenmoränen der Umgebung von Magglingen, die Niederterrassen von Sutz-Lattringen, den Rissgletscherlehm von Chasseral d'Orvin, die Hochterrassen von Büttenberg, Jensberg und Bucheggberg sowie die Molasse, die zwischen Brügg und Mett an die Oberfläche trat. Er setzte sich besonders für die Erhaltung erratischer Blöcke im Kanton Bern ein. Bei Biel untersuchte er den «Grosser Heidenstein», den «Kleinen Heidenstein», beide im Madretschwald, sowie den «Grauen Stein» oberhalb von Biel. Aeberhardt: «Es gibt einige Blöcke, deren Erhaltung ratsam ist, weil sie entweder aufgrund ihrer Höhe oder aufgrund des Charakters des Felsens von grossem Interesse sind. Dies gilt für die Blöcke von «Jobert» auf dem Chasseral d'Orvin, die auf einer Höhe von 1300 m liegen, und für die Blöcke von «Pré la Patte» auf einer Höhe von 1100 m auf dem Montoz de Péry.»[6]
Berchtold Aeberhardt war ein Freidenker und eifriges Mitglied der «Société radicale romande». Er vertrat diese Fraktion im Stadtrat. Seine politische Gesinnung, die sich durchaus nicht immer in der Richtung des allgemeinen Stromes bewegte, sprach er offen und rückhaltlos aus; dabei blieb er aber taktvoll und loyal gegenüber Andersdenkenden. Er erfreute sich denn auch hoher Achtung nicht nur bei seinen Parteifreunden, sondern auch beim politischen Gegner. Er war Mitglied des Stadtrates sowie der Museumskommission von 1905 bis 1912. Berchtold Aeberhardt starb nach 15-jähriger Tätigkeit als Bieler Gymnasiallehrer im Alter von 40 Jahren an den Folgen einer schweren Operation in Biel am 24. 9. 1912. Er hinterlässt eine Witwe und einen erst schulpflichtig gewordenen Knaben.[5]
Schriften: Notes sur le quaternaire du Seeland (1903), Note sur la faune de l'Oxfordien inférieur du Jura bernois (Lausanne 1904), Etude sur le système nerveux de quelques gastropodes (Bern 1905), Les Gorges de la Suze, im Jahresbericht vom Gymnasium Biel (1907)


Berchtold Aeberhardt (1827-1912), géologue biennois,

protecteur de la nature du Jura bernois.
Professeur au gymnase de Bienne de 1897 à 1912.
Matières : histoire naturelle, géographie et écriture en section française.

Berchthold Aeberhardt était né en 1872 à Villeret dans le Jura bernois. Elevé d'abord à Delémont, puis à Porrentruy, il se rendit comme jeune étudiant à Berne, où il se prépara à l'enseignement des sciences naturelles. Il pratiqua cet enseignement pendant six ans à Corgémont, après quoi il fut nommé maître de sciences naturelles au progymnase de Bienne et occupa ces fonctions jusqu'à sa mort. Malgré tout le travail qu'il consacra constamment à sa charge de pédagogue,  Aeberhardt poursuivit avec persévérance le développement de sa propre instruction et resta toujours en contact avec l'Université de Berne, dont il acquit le grade de docteur dès sciences. Encouragé dans ses études par les professeurs Baltzer et Brückner, il se consacra en outre constamment à des recherches personnelles, touchant spécialement à la classification des formations pléistocènes de la Suisse occidentale. Il multiplia dans ce domaine les observations et, au moment où cette question était mise spécialement à l'ordre du jour par la publication de l'ouvrage classique de MM. Penck et Brückner «die Alpen im Eiszeitalter», il fit paraître une série de travaux, dans lesquels il exposait des idées toutes personnelles sur l'origine de la haute et de la basse terrasse et sur les relations de ces deux niveaux d'alluvions avec les moraines rissiennes et wurmiennes. Ce sujet le préoccupa jusqu'à la fin et il est mort en laissant presque terminé un dernier travail intitulé: «Essai de monographie des dépôts quaternaires de la Suisse occidentale et des régions limitrophes.»[7]


La «Heidenstein» dans la forêt de Madretsch.
La «Heidenstein» dans la forêt de Madretsch.

Aeberhardt a fait une étude des environs de Bienne et des gorges de la Suze. Dans la partie stratigraphique de son travail il décrit sommairement les moraines latérales de Würm des environs de Macolin, les Basses Terrasses de Sutz-Lattringen, les argiles glaciaires de Riss du Chasseral d'Orvin, les Hautes Terrasses du Büttenberg, du Jensberg et du Bucheggberg ; puis il passe au profil à travers la Molasse qui affleure entre Brügg et Mett.

Il s'est particulièrement engagé pour la conservation des blocs erratiques dans le canton de Berne. Près de Bienne, il a étudié le «grand Heidenstein», le «petit Heidenstein» , tous deux dans la forêt de Madretsch, ainsi que le «Grauenstein»  au-dessus de Bienne. Berchthold Aeberhardt était un libre-penseur et un membre assidu de la «Société radicale romande». Il représentait cette fraction au conseil municipal. Il exprimait ouvertement et sans réserve ses convictions politiques, qui n'allaient pas toujours dans le sens du courant général, tout en faisant preuve de tact et de loyauté envers ceux qui ne partageaient pas ses idées. Il jouissait d'une grande estime non seulement de ses amis de parti, mais aussi de ses adversaires politiques. Il a été membre du conseil municipal et de la commission des musées de 1905 à 1912. Après 15 ans d'activité en tant que professeur de gymnase à Bienne, Berchtold Aeberhardt est décédé à l'âge de 40 ans des suites d'une grave opération à Bienne le 24. 9. 1912. Il laisse derrière lui une veuve et un garçon qui venait d'être scolarisé.[5]

 


Alexis William Schneebeli (1874-1947), Kinderbuchautor, Zeichner von Malanleitungen für Kinder

Zeichnungsleher vom Progymnasium und Gymnasium Biel von 1898 bis 1907

In seiner Heimatstadt St. Gallen am 10. Oktober 1874 geboren, absolvierte Schneebeli dort das Realgymnasium und anschliessend die Kunstgewerbeschule. So trat er in die Fussstapfen seines Vaters, der Zeichnungslehrer in St. Gallen war. Nach Erwerbung des Zeichnungslehrerpatentes bildete er sich in Paris weiter aus und wurde 1898 ans Progymnasium Biel gewählt, wo er 9 Jahren tätig war. Schneebeli war ein begeisterter Naturfreund. Sein Zeichnungsunterricht war gewissermassen ein erweiterter Unterricht in der Naturgeschichte, denn Schneebeli war ein ausgezeichneter Beobachter, eine Eigenschaft, die er auch seinen Schülern beizubringen wusste. In Biel gehörte er als Aktuar der Museumskommission an.[4]

 



Reproduktion von Illustrationen aus der Buch-Promotion «Wintergäste am Futterhäuschen», Druck und Verlag E. Löpfe-Benz, Rorschach, 1936

 

Nachdem er sich 1902 mit Martha Güdel, der Tochter des hiesigen Maschinenfabrikanten verheiratet hatte, wurde er 1907 an die städtische Realschule nach St. Gallen gewählt, um von 1913 bis 1940 den Zeichnungsunterricht (Zeichnen, Feldmessen und Kalligrafie) am kantonalen Lehrerseminar in Rotschach zu übernehmen. Durch die von ihm herausgegebenen Zeichnungs- und Naturkundebücher hat er sich in der ganzen Schweiz einen Namen gemacht.[4] Eine Auswahl: 1913 erscheint sein pädagogisches Werk «Freudiges Zeichnen in Schule und Haus.» In der Einleitung seines Zeichenheftes für Kinder jeder Altersstufe schreibt der Verfasser: «Fast sämtliche in diesem Heft enthaltenen Abbildungen haben ihre Entstehung einer umfangreichen Sammlung von Kinderzeichnungen der verschiedensten Altersstufen zu verdanken, die in zwangloser Weise, ohne die geringste Beeinflussung in und ausser der Schule entstanden sind. Dadurch war es mir möglich, einen Einblick in die Gedankenwelt und die Darstellungsweise des Kindes zu erhalten, und anhand dieses reichen Materials sind dann, gleichsam als Resümee, alle die möglichst einfachen, leicht wiederzugebenden Skizzen entstanden.»


Danach folgte ebenfalls für Kinder «Skizzierendes Zeichnen in typischen Formen». Die Neue Zürcher Zeitung vom 24. 12. 1913 berichtet begeistert: «Bei aller Einfachheit der Linienführung und Formen spricht doch aus jeder Zeichnung der Künstler. Entstanden sind klare Skizzen, die Eltern und Kinder anleiten, wie man aus Gegenständen der Umgebung mit wenig Strichen das herausholt, was ihnen eigentümlich ist.» 1919 wurden 2 neue Zeichenvorlage-Mappen veröffentlicht (Inserat rechts). 1920 erschien «Wie lerne ich Malen?», wo William Schneebeli den Jugendlichen auf spielerische Weise die Grundfarben, die Farbmischungen und die Farbabstufungen näherbringt. 1924 erstellte er Vorlagen zum Ausmalen und Kleben als Ausschneidebögen.


1926 unterstütze William Schneebeli mit seinen Zeichnungen, erschienen im Rorschacher Neujahrsblatt Nr. 16, den Tierschutz (Bild links).

 

1932 zeichnete er die Illustrationen zum Märchen «Die Abenteuer von Meister Roco». Das Cover zeigt den beliebten «Meister Roco» mit seinem azurblauen Gefieder. Diese Ausgabe wurde in den Lebensmittelgeschäften, welche die Roco-Konserven und -Marmeladen führten, kostenlos abgegeben. Auf Wunsch wurde sie auch direkt von der Konservenfabrik in Rorschach aus verschickt.[3] 1939 erschien das Kinderblumenbuch «Blumen des Frühlings». Er starb mit 74 Jahren in Rorschach.

 


«Als wir auf dem alten morschen Gestühl des ehemaligen College an der Dufourstrasse

unsere Hosenböden durchrutschten, war der Lehrplan noch ein primitiver. Aber die

Lehrerschaft war dennoch bestrebt, trotz der prekären Verhältnisse aus uns herauszuholen,

was zu holen war. Rektor Wyss verhalf Diesem oder Jenem ab und zu mit einem handfesten

Brätsch zu Fleiss und Aufmerksamkeit. Der Physiklehrer R. Jakob hütete mit wachsahmen

Auge seine geologische Sammlung, und konnte es nicht verputzen, wenn wir heimlich

in den vergilbten Bänden seiner Bibliothek herumschmökerten.»

Ehemaliger Schüler Fridolin 1899, Bieler Tagblatt, 21. April 1931

 

Fernand Eugen Friedrich Schwab (1890-1954), Historiker
Schüler vom Progymnasium Biel
Fernand Schwab kam am 10. 7. 1890 als Sohn des Ingenieurs Friedrich Emil Schwab (1862-1928), Direktors der Vereinigten Drahtwerke, und der aus Aigle stammenden Laura Emma Elise Augusta, geb. Buttin, zur Welt. Die 1888 geschlossene Ehe wurde 1902 geschieden. Die Mutter heiratete 1903 den Ingenieur Emil Eugene Lagier, der Vater 1907 Klara Hemmann (1879-1959). Fernands Geschwister waren Renée Adèle Mary (geb. 1889), Marc Jean Emil (geb. 1891), Maria Mary (geb. 1894), alle aus erster Ehe, Gustav Emil (geb. 1910) und Hubertus (geb. 1912), aus zweiter Ehe. (21)
1904 verliess Fernand Schwab das Progymnasium Biel. Zu seinen Klassenkameraden zählten Handelslehrer Fritz Bloch (1890-1967); Hans Wendling (1891-1947); Chefarzt der chirurgischen Abteilung vom Bieler Bezirksspital, Max Chappaz, Aktuar vom Richteramt Nidau; Albert Marfurt (gest. 1971), Progymnasiallehrer in Biel. Dann studierte er am Realgymnasium, die sogenannte Industrieschule in Solothurn. Von 1912 bis 1915 absolvierte er seine Lehre in der Kantonalbankfiliale in Biel. Danach trat Schwab eine Stelle im Politischen Departement des Bundes an, gab diese jedoch auf. In Zürich und an der juristischen Fakultät in Bern widmete er sich juristischen, nationalökonomischen und wirtschaftsgeschichtlichen Studien, die er bei Professor Moritz Rudolf Weyermann mit einer Dissertation über die industrielle Entwicklung der Stadt Biel abschloss. (22)

 


«Fernand Schwab hat in seinem Werk Die industrielle Entwicklung der Stadt Biel
nachgewiesen, dass schon zu Beginn des 18. Jahrhunderts in Biel mehrere Uhrmacher
arbeiteten und dass im Jahre 1788 bereits ein erster Versuch zur Eröffnung einer Uhrenfabrik
mit grösserer Arbeiterzahl durch einen Bürger der Stadt unternommen worden ist.»

Paul Renggli, Direktor der Asuag, 1949 (26)

 

1918 erschien seine Dissertation «Die industrielle Entwicklung der Stadt Biel» als Buch. Schwab beschrieb darin die Lage von Handel, Gewerbe und Industrie vor und nach der französischen Besetzung und die historische Entwicklung der damaligen drei Hauptindustrien für Baumwolle, Eisen und Uhren. Dazu gehört auch die Berufsbildung, wo er das Dufourschulhaus erwähnte: «Dem Gymnasium wurde versuchsweise eine Handelsabteilung angegliedert, die aber wegen ungenügender Frequenz wieder aufgegeben werden musste.» Über den Bieler Gymnasiallehrer Ernst Schüler und die Uhrenindustrie bemerkte er: «Schüler war nicht der Improvisator der Bieler Uhrenindustrie, da Uhrmacher Samuel Hunziker schon von 1940 bis 1941 vier von auswärts eingewanderte Uhrmacher beschäftigte. Schüler begann mit der Fabrikation von Wanduhren, ging zu Taschenuhren über und beschäftige 1842 bereits 28 Arbeiter. Er stellte im Gemeinderat den Antrag, es sei den Uhrmachern das Einzug- und Einsassengeld zu erlassen. Sein Name ist bis heute mit der Einführung der Uhrenindustrie in Biel verknüpft geblieben.»
1925 beschloss die Solothurnische Handelskammer zur Erinnerung an das 50-jährige Bestehen des Kantonale Solothurnischen Handels- und Industrievereins eine Festschrift herauszugeben. Schwab verfasste dazu «Die industrielle Entwicklung des Kantons Solothurn und ihr Einfluss auf die Volkswohlfahrt». 1927 wurde der bisherige Privatdozent für Wirtschaftsgeschichte zum ausserordentlichen Professor der juristischen Fakultät Bern ernannt. Einer seiner Schüler war der Künstler John A. Brown (1900-1987), der bei Schwab Wirtschafts-, Handels- und Industriegeschichte studierte. (23)
1935 folgte eine Festschrift zum 300-jährigen Bestehen der Vereinigen Drahtwerke A. G. Biel mit dem Titel «300 Jahre Drahtindustrie». Den Grundstein dieser Industrie legte 1634 der Solothurner Stadtphysikums Scharandi im sogenannten Loch zu Bözingen (Taubenlochschlucht). Einen Aufschwung erhielt der Drahtzug, als Rudolf Neuhaus-Verdan, Besitzer einer grossen Bieler Baumwollspinnerei, den Drahtzug kaufte. Durch seine Familie mit den Drahtwerken seit Generationen verbunden, gehörte Schwab dem Verwaltungsrat an, und in der Ketten-Union A.G. versah er das Amt eines Vizepräsidenten. (22)


Fernand Schwab an der Wiedereröffnung vom Museum Schwab 1947. Foto: W. Nydegger. Reproduktion aus Die Berner Woche, Nr. 27, Bern, 4. Juli 1947.
Fernand Schwab an der Wiedereröffnung vom Museum Schwab 1947. Foto: W. Nydegger. Reproduktion aus Die Berner Woche, Nr. 27, Bern, 4. Juli 1947.

Fernand Schwab war von 1928 bis 1954 Mitglied der Museumskommission. Am 21. Juni 1947 wurde in Biel das zwei Jahre geschlossene Museum Schwab wieder eröffnet. Der ehemalige Gymnasialschüler Werner Bourquin stellte es in mühevoller Kleinarbeit, ganz im Interesse des Stifters Oberst Friedrich Schwab, der Pfahlbauforschung zur Verfügung. Fernand Schwab erkläre an der Eröffnung als Sprecher der Familie Schwab, dass von nun an der Name Bourquin, mit dem des Stifters verbunden bleiben werde. (24) Er dankte der Stadt Biel für den Einsatz, die sie für die Neuaufstellung der Sammlung Schwab gebracht hatte und überreichte der Stadt einen vom Bieler Goldschmied Anton Breitner erstellten Silberpokal, der 1744 vom Abt Joliat von Bellelay bei Anlass der Erneuerung des Burgrechtes mit der Stadt Biel geschenkt und später im Revolutionstrubel wieder veräussert wurde. (25) Zudem schenkte Fernand Schwab dem Museum das Gewehr, das Friedrich Schwab seinerzeit von Napoleon III. erhalten hatte.

Schwabs letzte Arbeit war eine Forschung über die mittelalterliche Glasbläserei im Jura. Er starb am 1. 1. 1954.
Schriften (Auswahl): Die industrielle Entwicklung der Stadt Biel, Dissertation (Bern 1918), Die industrielle Entwicklung der Stadt Biel als Buchausgabe (Biel 1918),  Beitrag zur Geschichte der bernischen Geschirrindustrie (Weinfelden 1921), Die Entwicklung der solothurnischen Papier-Industrie (Solothurn 1927), Die industrielle Entwicklung des Kantons Solothurn und ihr Einfluss auf die Volkswirtschaft (Solothurn 1927–1931), 300 Jahre Drahtindustrie 1634–1934 (Solothurn 1935)


Dr. August Steiger (1874-1954), Gründer des Sprachspiegels, Mundartförderer im Duden
Lehrer am Gymnasium von 1903 bis 1908
Fächer: Deutsch und Latein

August Steiger kam am 2. 8. 1874 in Flawil als Sohn des Reallehrers Ulrich und der Elise, geborene Lenggenhager, zur Welt. Er besuchte zunächst das Gymnasium St. Gallen. Dort gab er als Schüler der obersten Klasse der 16-jährige Marie Lenggenhager (1878-1969) Nachhilfeunterricht in Latein und Mathematik. Die beiden verliebten sich, doch Marie musste ihr Studium am Gymnasium unterbrechen, da ihre Familie nach Bern übersiedelte. Ihre Wege trennten sich, als sie mit 17 Jahren eine Gouvernantenstelle bei einer deutsch-jüdischen Familie in Russland annahm. Ein Jahr später kehrte sie zurück, studierte an der Berner Hochschule, absolvierte die Prüfung zur Sekundarlehrerin und arbeitete zwei Jahre als Hauslehrerin in Oberitalien.[16] Inzwischen wurde August Steiger nach der Maturität Lehrer in England und Neapel und studierte dann in Leipzig und Bern Germanistik. Als er 1903 als Deutschlehrer ans Gymnasium nach Biel kam, konnte er endlich seine Verlobte Marie heiraten. Das Paar bekamen eine Tochter und ein Sohn und verbrachte in Biel eine glückliche Zeit.[17] 
Während sie sich Marie schriftstellerisch betätigte, hielt August Steiger in Biel neben seinem Lehrerberuf zahlreiche Vorträge: 1904 in Magglingen an der Tagung vom bernischen Lehrerverein der Sektion Biel über «Die Gräberlyrik des 18. Jahrhunderts», 1905 an der Gedenkfeier von Friedrich Schiller in der französischen Kirche zum Leben des bekannten Dichters, 1906 bei der Versammlung vom Seeländischen Mittellehrerverein in Magglingen über «Sprachschönheit und Sprachreinheit», an der Sitzung vom «Historischen Verein» über «Weimar und Goethe im deutschen Zusammenbruch 1809», bei der „Jungfreisinnigen Vereinigung» thematisierte er «das Verhältnis von Politik und Poesie».
1908 gab er im Dufourschulhaus Abendkurse über deutsche Literatur.
Nachdem er 5 Jahre am Obergymnasium Biel tätig war, wurde Steiger 1908 als Lehrer an die obere Realschule von Basel gewählt. Ab 15. April 1909 wirkte er am kantonalen Gymnasium in Zürich, wo er während drei Jahrzehnten als Lehrer für den Unterricht in deutscher Sprache und Literatur angestellt war. Seine Lieblingsgebiete waren die mittelhochdeutsche Literatur und das schweizerische Schrifttum.[17]
Zur Pflege der deutschen Sprache wurde er Mitglied im «Deutschschweizerischen Sprachverein», dem er von 1916 bis 1942 als Schriftführer diente und von 1942 bis 1952 als Obmann vorstand. Dazu wurde ihm ab 1917 vom Verein die «Mitteilungen» und die «Jährliche Rundschau» anvertraut.[18] Als 1945 diese beiden Publikationen zur Monatsschrift «Sprachspiegel» ausgebaut wurden, übernahm er die Schriftleitung. 1913 brachte Steiger für den «Deutschschweizerischen Sprachverein» das Büchlein «Gottfried Kellers Mutter» heraus. Zur Förderung der Mundart erarbeitete er 1923 die Schrift «Was können wir für unser Schweizerdeutsch tun?». 1941 beteiligte er sich mit seiner Studie über das «Schweizerisches Wortgut“ an der 12. Auflage des Dudens.[20]
Steiger zum Duden: «Der Hauptverdienst zur Sprachförderung gebührt Dr. Konrad Duden (1829-1911). Er gab 1872 zwei Schriften über Rechtschreibung heraus und wurde deshalb 1876 zur ersten Orthografischen Konferenz beigezogen, die der preussische Unterrichtsminister nach Berlin einberufen hatte. Er erntete dort mit seinen Vorschlägen zur Vereinfachung der Schreibweise grossen Erfolg. 1892 wurde der Duden in der Schweiz amtlich anerkannt. Am meisten Gebrauch vom Duden machen die Buchdrucker und ihnen waren die Schweizerwörter in der 11. Ausgabe noch zu wenig. Darum wandte sich Ende 1935 der Arbeitsausschuss der Schweizer Korrektoren, der innerhalb des Bildungsverbandes Schweizerischer Buchdrucker besteht, an den Vorstand des Deutschschweizerischen Sprachvereins mit der Klage, dass das schweizerische Wortgut ungenügend vertreten sei und wenigstens ein eigener Anhang zum Duden zu schaffen sei.
Zu diesem Zweck erstellte ich eine Liste neu aufzunehmender Wörter. In manchen Fällen musste für die Schweiz nur eine besondere Bedeutung festgestellt werden, in andern eine eigene Schreibweise oder eine Eigentümlichkeit der Formenlehre oder des Geschlechts. Auch konnten bei der Gelegenheit einige kleine Irrtümer der älteren Ausgabe berichtigt und einige als überflüssig erscheinende Wörter zugunsten wichtigerer ausgemerzt werden. Stand ein mundartliches Wort einmal im Duden, hatte es eine gewisse Anerkennung seiner Gültigkeit. Wenn nun bei der 12. Ausgabe das Wort Nidel steht, ermuntert das den Schweizer, dieses Wort zu verwenden und richtig zu schreiben.»[19]  August Steiger starb am 30. 5. 1954 in Küssnacht mit 80 Jahren.[20] 1971 trat die Gemeinde Biel dem Bieler Sprachverein bei.
Schriften (Auswahl): Gottfried Kellers Mutter (1913), Spittelers Sprachkunst (1915), Zweierlei Deutsch (1915), Pflege und Schutz der deutschen Sprache in der Schweiz (1917), Was können wir für unser Schweizerdeutsch tun? (1924), Von der Buchstabensuppe (1925); Sprachlicher Heimatschutz in der deutschen Schweiz (1930); Zur Lage der deutschen Sprache im Inland und im Ausland (1941), Schweizerisches Wortgut im neuen Duden (1941), Pfarrer Eduard Bloch (1941), Sprachliche Modetorheiten (1943).

 


Portrait von Georges Grosjean. Reproduktion aus Neues Bieler Jahrbuch 1977.
Portrait von Georges Grosjean. Reproduktion aus Neues Bieler Jahrbuch 1977.

Georges Albert Grosjean (1888–1977), Progymnasiallehrer
Schüler (1904 bis 1907) und Lehrer (1917 bis 1955) am Progymnasium

Als Sohn eines Uhrmachers und einer Uhrmacherin am 21. April 1888 in Biel geboren, durchlief Georges Grosjean die Schulen Biels und bestand am Gymnasium 1907 die Matura. Einer seiner Mitschüler war Architekt Alfred Leuenberger (1888-1961). Die Studien in Bern und Lausanne schloss der zweisprachige Grossjean mit dem Sekundarlehrerpatent ab. Seine erste feste Stelle fand er als Lehrer 1910 an der Sekundarschule in Bad Ragaz. Da lernte er seine Frau Anna Margaret Camén (1879-1970) kennen, eine Bündnerin aus Reams und Cazis.[1]
1917 wurde er ans Progymnasium Biel gewählt.  Als Lehrer unterrichtete Grosjean während 40 Jahren Französisch an allen Parallelklassen des 8. und 9. Schuljahres des deutschen Progymnasiums und des Untergymnasiums.
[1] Nach seinem Rücktritt 1955 [2] behielt er noch die Lehrmittelverwaltung.
Georges Grossjean beteiligte sich als Geschäftsführer am «Bieler Jahrbuch/Annales Biennoises».  1977 wurde seine Biografie im Bieler Jahrbuch durch den ehemaligen Stadtpräsident Fritz Stähli veröffentlicht.
Lehrer Grosjean begann seine sportlichen Tätigkeiten in Bad Ragaz im Turnverein und Alpenklub. Als Skifahrer nahm er seine Schüler mit auf die Pisten des Pizol-Gebietes. 1915 übernahm er das Amt des Hüttenchefs der neuerbauten Pizolhütte, an deren Entstehung er mitwirkte. Mit ausländischen Gästen, auch internierten Offizieren während des Ersten Weltkrieges, hat er als Führer und Bergkundiger zahlreiche Gipfel, auch Viertausender, der Schweizer Alpen bestiegen, nicht nur im nahen Bündnerland, sondern auch im Berner Oberland und Wallis. Seine Turnerfahrung stellte er dem Bieler Jugendkorps als Leiter einer Abteilung zur Verfügung. Kurze Zeit leitete er auch das ganze Korps.  Im Eidgenössischen Turnverein trat Georges Grosjean von 1930 bis 1948 als Chefredaktor der französischsprachigen schweizerischen Turnzeitung «Le Gymnaste Suisse» hervor. In dieser Eigenschaft besuchte er 1936 die Olympiade von Berlin. In jener Zeit nahm Grosjean eine eindeutige und kompromisslose Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus ein.
[1]
Grossmann wurde in drei Musterungen für den Militärdienst als untauglich befunden.  Dafür war er Kommandant der  Bieler Feuerwehrkompanie und während des Zweiten Weltkriegs auch Kommandant der 4. Kompanie des Luftschutzbataillons der Stadt Biel.
[15]
Grossmann verkaufte das Haus am Höhenweg 28, dessen Pläne er mithilfe eines befreundeten Architekten selber gezeichnet hatte und siedelte 1959 mit seiner Frau wieder nach Bad Ragaz, wo sie 1970 starb. Wenige Monate vor seinem 90. Geburtstag verstarb auch er am 18. Dezember 1977. Sein Sohn war der Geograf und Zeichner Dr. Georges Grosjean (1921-2002).
[1]


Fritz Bloch (1890-1967) Regisseur, Schauspieler, Förderer der Liebhaberbühne Biel
Schüler am Progymnasium Biel
Hans Friedrich (Fritz) Bloch wurde am 12. März 1890 als Sohn des Karl Bloch und Lina Mollet geboren. Karl Bloch führte in Biel an der Mühlebrücke das Spezereigeschäft Bloch-Mollet, dessen Führung er seiner Frau und seinen heranwachsenden Töchtern überliess, als er zum Stadtbuchhalter gewählt wurde.
[12] Karl gründete 1893 den dramatischen Verein, der das Publikum mit Wilhelm Tell-Aufführungen fesselte und später die Liebhaberbühne.[13] Der einzige Sohn Fritz trat nach dem obligatorischen Schulbesuch ins Gymnasium, das er 1909 mit dem Maturitätsausweis verliess. Das Examen dauerte dreieinhalb Tage, davon zweieinhalb Tage schriftlich und einen Tag mündlich.
Nach dem Gymnasium studierte Fritz Bloch die Handelshochschule Leipzig. Vom Militärdienst in der Heimat und dem Ausbruch des Weltkrieges unterbrochen, schloss Fritz in Leipzig seine Studien mit dem Patent eines Handelslehrers ab. Erst trat er eine Lehrstelle am Institut Rhenania in Neuhausen an, erwarb ein Haus und verheiratete sich 1922 mit Martha Lina Geyer. Er liess sich schliesslich in Biel nieder, wo er erst an der Gewerbeschule und 1934 an der kaufmännischen Berufsschule 30 Jahre unterrichtete. Auch trat er der Liedertafel bei.
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Fritz Bloch hatte die Mitwirkung an der Liebhaberbühne von seinem Vater Karl übernommen. Wie der Vater, so hatte auch Fritz Bloch sich als Schauspieler für die schwierigsten Rollen zur Verfügung gestellt. 1937 führte die Liebhaberbühne das im Oberländer-Dialekt gesprochene Schauspiel «E Masgeball-Bekanntschaft» auf. Das Bieler Tagblatt schrieb: «Regisseur Bloch verlieh dem Gemeinderat Siebenthal alle Nuancen psychologischer Vertiefung.»
[14] 1939 führte die Liebhaberbühne zugunsten der Ferienkolonien von Biel und Umgebung des von Rudolf Balmer verfassten Lustspiels «Der Kumandant» auf. Bloch führte Regie und spielte die Titelrolle. Als Regisseur unterstützte er am 1. Juni 1939 den «Verein zur Förderung der Fraueninteressen» mit dem humorvollen Einakter «Der Stimmrechtskaktus» von Kinderbuchautorin Elisabeth Müller (1885-1977). An diesem Anlass hielt Radiosprecherin Elisabeth Thommen einen Vortrag über Frauenfragen, hauptsächlich über das Frauenstimmrecht. 1941 trat der Regisseur und Schauspieler in dem von Emil Andres verfassten, preisgekrönten Stück «Im Rockhall» als Bürgermeister Wildermeth auf. Besondere Aufmerksamkeit bei Publikum und Presse erhielt 1944 eine Aufführung der Liebhaberbühne unter der Regie von Bloch. Das berndeutsche Stück «D’Frau Betty und ihri Chinder» stammte aus der Feder der 1941 verstorbenen Bieler Schriftstellerin und Bühnendichterin Flora Ackeret. Einer seiner Lieblingsrollen spielte Fritz Bloch für die Bieler Liedertafel jeweils an Weihnachten, nämlich den Samichlaus, dies über 30 Jahre lang.
Als Oberleutnant wurde ihm während der zweiten Grenzbesetzung das Kommando über die Bewachungskompanie 8 übertragen, die ihren Dienst in Altdorf, Aigle und Neuenburg absolvierte. 1960 starb seine Lebensgefährtin Martha Lina Geyer, die Mutter seines Sohnes Roland.
[12] Er starb in Biel am 20. 1. 1967 im Alter von 76 Jahren.



Quellen/Sources: 1) Fritz Stähli, Neues Bieler Jahrbuch, Nouvelles Annales Biennoises  1977, W. Gassmann, Biel, S. 205ff; - 2) Bieler Tagblatt, 30. 3. 1955, S. 3; - 3) La Liberté, Fribourg, 25. Mai 1932, S. 6; - 4) Bq, Wiliam Schneebeli in Bieler Tagblatt, Biel, 11. September 1947, S. 3; 5) «Dr. Berthold Aeberhardt» in Schweizer Lehrerzeitung, Nr. 40, 1912, S. 403; 6) -Berchtold Aeberhardt, Mitteilung der Naturforschenden Gesellschaft 1911, Bern 1912, S. 196; 7) Ch. Sarasin, «Nachruf Berohthold Aeberhardt» in Schweizerische Geologische Gesellschaft, Nr. 13, 1914, S. 15; 8) Berner Schulblatt, Bern, 10. März 1894, S. 164; - 9) Die Berner Woche in Wort und Bild, Nr. 17, Bern, 1916, S. 202; - 10) F. M., Progymnasiallehrer A. Heimann in Berner Schulblatt, Bern, 8. 4. 1916, S. 175f; - 11) Karl Broich, Berner Schulblatt, 27. Oktober 1900, S. 782; 12) Werner Bourquin, «Zum Hinschied von Fritz Bloch, alt Handelslehrer» in Bieler Tagblatt, Biel, 23. Januar 1967, S.3; 13) Werner und Marcus Bourquin, Biel Stadtgeschichtliches Lexikon, Büro Cortesi, Biel 1999; - 14) Bieler Tagblatt, Biel, 16. November 1937, S. 3; - 15) Stb., «Georges Grosjean zum Gedenken» in Bieler Tagblatt, Biel, 24. Dezember 1977, S. 3; - 16) Marie Steiger-Lenggenhager zum 80. Geburtstag in Zentralblatt des Schweizerischen Gemeinnützigen Frauenvereins, Nr. 10, 1958, S. 227; - 17) «Prof. Dr. August Steiger gestorben» in Die Tat, Zürich, 2. Juni 1954, S. 6; - 18)  W., «Professor August Steiger», in Sprachspiegel, Mitteilung des Deutschschweizerischen Sprachvereins, Nr. 6. Zürich 1954, S.66; - 19)  August Steiger, «Schweizer Wortgut im Duden» in Jährliche Rundschau des deutschsprachigen Sprachvereins, Zürich, 1941, S. 62ff; - 20) Neue Zürcher Zeitung, Zürich, 2. Juni 1954, S. 9;  - 21) Julius Albrecht, «Emil Schwab Fabrikant, Biel» in Bieler Jahrbuch, Biel, 1929, S. 98: - 22) Werner Bourquin, «Professor Dr. Fernand Schwab» in Bieler Tagblatt, Biel, 2. Januar 1954, S. 3; - 23) Christian Engel, Badener Neujahrsblätter, Nr. 88, 2013, S. 134; - 24) N., «Die Wiederöffnung des Museums Schwab» in Der Bund, Bern, 28. Juni 1947, S. 4; - 25) Geschäftsbericht der Stadt Biel, Biel, 1947, S. 118; - 26) Paul Renggli, «100 Jahre Bieler Uhrenindustrie» in Bieler Tagblatt, Biel, 1. 2. 1949, S. 48